Hundeschutzimpfung

Die Staupe wird durch ein Virus verursacht. Ihre Inkubation - das ist die Zeit zwischen Ansteckung und der ersten Krankheitserscheinung - dauert etwa drei bis sieben Tage. Die Ansteckung erfolgt direkt von Hund zu Hund oder auch mittelbar durch Menschen (Kleidung, Schuhe), weil das Virus in der Außenwelt einige Zeit lebensfähig bleibt. Gefährdet sind ungeimpfte Hunde jeden Alters, besonders jedoch Jungtiere. Der Hund wird zunächst appetitlos, wirkt abgeschlagen und hat Fieber. Abhängig von den vorherrschenden Krankheitsanzeichen unterscheidet man verschiedene Verlaufsformen der Staupe:

Die ansteckende Leberentzündung ist eine Infektionskrankheit und wird durch einen Virus hervorgerufen, welches ähnlich wie bei der Staupe übertragen wird. Die ansteckende Leberentzündung heißt im Fachausdruck - Hepatitis contagiosa canis - abgekürzt H.C.C. Ihre Erscheinungen sind denen der Staupe recht ähnlich. Die Hunde haben Fieber, keinen Appetit und sind schmerzempfindlich im Bauchraum. Es zeigen sich auch Durchfall, Entzündungen im Rachen, nervöse Störungen und als spätere Folge der Infektion können Trübungen der Hornhaut auftreten, die zu vermindertem Sehvermögen führen. Der Hund kann sogar erblinden.

Die Parvovirose des Hundes ist in der Bundesrepublik Deutschland seit 1980 verbreitet. Es handelt sich um eine Infektionskrankheit, die beim Hund - wie auch bei anderen Tierarten - durch ein arteigenes Parvovierus ausgelöst wird. Betroffen sind hauptsächlich Welpen, aber auch junge Hunde. Der Krankheitserreger ist in der Umwelt viele Monate lebensfähig. Er kann durch Desinfektion nur schwer abgetötet werden. Dadurch kommt außer der direkten Krankeitsübertragung von Hund zu Hund der indirekten Ansteckung z.B. über Schuhe eine große Bedeutung zu. Das Virus wird über den Fang aufgenommen und verbreitet sich im ganzen Körper (Allgemeininfektion). Im Vordergrund stehen Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall, wobei der Stuhl meist über riecht, häufig von grauer Farbe ist und auch blutig sein kann. Mit dem Durchfall wird der Erreger massenhaft ausgeschieden. Manchmal nimmt die Infektion einen raschen Verlauf: die Tiere werden innerhalb von Stunden hinfällig und verenden.

Der Zwingerhusten - eine Infektion mit vielen Ursachen. Beim Zwingerhusten handelt es sich um eine Infektionskrankheit der Atemwege. Ursächlich sind eine Reihe von Viren und Bakterien beteiligt. Sie lösen teils für sich allein, teils im Zusammenwirken die Erkrankung aus. Als Folge der Entzündung von Kehlkopf, Luftröhre und Bronchien tritt bellender Husten auf. Durch engen Kontakt in Zwingern, aber auch auf Dressurplätzen und in Tierpensionen wird die Erregerübertragung begünstigt. Unter diesen Bedingungen kommt es gelegentlich zu einer fast explosionsartigen Ausbreitung. Die Schutzimpfung gegen Zwingerhusten kann nur die wichtigsten der vielen in Frage kommenden Erreger abdecken, z.B. Parainfluenzaviren. Dennoch leistet sie - regelmäßig durchgeführt - einen wertvollen Beitrag zur Eindämmung des ansteckenden Hustens und ist insbesondere für Hunde zu empfehlen, die häufig Kontakt zu anderen Artgenossen haben.

Die Leptospirose: Für die Krankheit sind Leptospiren verantwortlich, die zu den Bakterien gehören. Diese bakterielle Infektionskrankheit ist auch unter anderen Bezeichnungen bekannt, nämlich Stuttgarter Hundeseuche bzw. Weilsche Krankheit. Die Ansteckung erfolgt durch Hund, Mäuse, Ratten und andere Tiere sowie durch verunreinigte Gewässer (Teiche, Gräben, Tümpel). Zu Beginn der Erkrankung werden Müdigkeit und oft ein Schwächezustand in den Hinterbeinen beobachtet, der das Springen und Treppensteigen mühsam macht. Nach diesen anfänglichen Erscheinungen zeigen sich Nierenentzündungen, auch Störungen des Magen-Darmbereiches mit Erbrechen und Durchfall sowie andere Merkmale. Die Leptospirose löst auch Gelbsucht aus, die immer einen schweren Verlauf nimmt. Verschiedene Arten von Leptospiren sind auch auf den Menschen übertragbar.

Ist Tollwut wirklich so gefährlich? Leider ja, weil für diese tödliche Viruskrankheit eine große Zahl von Tierarten, aber auch der Mensch, empfänglich ist. Die Tollwut ist weit verbreitet. Sie kommt nicht nur in vielen Ländern Europas vor, sondern auch in anderen Kontinenten. übertragen wird sie durch tollwutkranke Tiere. In Deutschland geht die Infektionskette vom Fuchs aus. Die Ansteckung erfolgt durch Biss eines tollwütigen Tieres, wobei virushaltiger Speichel in die Bisswunde eindringt. Eine Ansteckung mit infektiösem Speichel ist auch über andere kleinste Verletzungen und sogar Schleimhäute (Auge, Mund) möglich. Der Mensch kann das Endglied der Ansteckungskette sein. Er ist durch seine Haustiere gefährdet, sofern diese Tiere nicht selbst durch Impfung geschützt sind. Nach dem Eindringen siedelt sich das Virus über das Nervengewebe im Gehirn an und löst dann die der Tollwut eigenen Erscheinungen aus. Beim Hund treten die ersten Anzeichen der Krankheit im allgemeinen 20 - 60 Tage nach der Ansteckung auf. Es zeigen sich verändertes Verhalten, Unruhe, Scheu, Speichelfluss, heiseres Bellen, Beißwut, zunehmende Lähmung und Tod. Häufig ist das Krankheitsbild aber auch von der so genannten "Stillen Wut" geprägt. Dabei fehlt in der Regel der Angriffstrieb. Die Hunde sitzen teilnahmslos, mit traurigem Blick herum, verkriechen sich und verenden ebenfalls unter fortschreitenden Lähmungserscheinungen. Oft ist das Krankheitsbild verwirrend, und erst später kommt der Verdacht auf Tollwut. Schutz bietet die vorbeugende Impfung. Die Infektionskette der Tollwut wird durch die Schutzimpfung der Haustiere unterbrochen. Sie dient mittelbar daher auch dem Schutz des Menschen.
Wegen der Gefährlichkeit der Tollwut hat der Gesetzgeber besondere Maßnahmen angeordnet: An Tollwut erkrankte Tiere müssen getötet werden.
Für Hund und Katze gilt dies bereits, wenn sie mit wutkranken oder seuchenverdächtigen Tieren im Berührung gekommen sind. Wenn sie nachweislich schutzgeimpft sind, beseht für sie keine Tötungspflicht. In der Regel werden sie nur nachgeimpft und eine gewisse Zeit unter Beobachtung gestellt. Die Schutzimpfung ist gültig (Nachweis Impfpass), wenn sie mind. vier Wochen und längstens ein Jahr zurückliegt. Daraus ergibt sich ganz eindeutig die gesetzliche Besserstellung von gegen Tollwut schutzgeimpften Hunden und Katzen gegenüber ungeimpften Tieren. Um einen andauernden, ununterbrochenen Impfschutz zu erreichen, müssen deshalb regelmäßig Wiederholungsimpfungen im Abstand von einem Jahr erfolgen. Und noch ein Hinweis: Eine Schutzbehandlung d.h. Impfung im Falle des Ansteckungsverdachtes, ist bei Tieren nicht möglich und verboten. Sie wird nur beim Menschen vorgenommen und ist bei Infektionsverdacht dringend angezeigt. In diesem Falle sollten Sie sofort Ihren Hausarzt bzw. das Gesundheitsamt aufsuchen und den Vorfall dem nächstgelegenen Veterinäramt zur Kenntnis geben, damit Ihnen rasch Rat und Hilfe zuteil werden.

Schutzimpfungen sind zuverlässig.
Bestimmte Voraussetzungen müssen erfüllt sein: Der Hund muss zum Zeitpunkt der Impfung vollwertig ernährt und gesund sein. Ein geschwächter, kranker Organismus bildet keine oder nur eine ungenügende Immunität aus. Ferner muss der Hund frei von äußeren und inneren Parasiten sein. Eine Entwurmung ist in der Regel notwendig.

Beim Impfverfahren wird zwischen Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfungen unterschieden. Häufig werden Welpen bereits beim Züchter erstmals geimpft, so dass der neue Tierbesitzer die Zweitimpfung vornehmen lassen muss. Fragen Sie deshalb nach dem Impfstatus des Tieres und lassen Sie sich gegebenenfalls den Impfpass aushändigen. Wenn die Grundimmunisierung abgeschlossen ist, sind zur Erhaltung eines andauernden Impfschutzes Wiederholungsimpfungen im Abstand von 1-2 Jahren erforderlich, je nach Infektionskrankheit, gegen die geimpft wird.

Der Internationale Impfpass: Dieses wichtige Dokument wird anlässlich einer Auslandsreise mit dem Hund unbedingt benötigt, auch innerhalb der Europäischen Union. Es dient dem Nachweis von verlangten Schutzimpfungen, der Identität und des gegenwärtigen Gesundheitszustandes des Tieres sowie von anderen Angaben. Den Internationalen Impfpass erhalten Sie von uns. Bewahren Sie dieses Dokument gut auf und legen Sie es bei den nachfolgenden Impfungen wieder vor.

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